Eine "Fata Morgana" namens Bürgerbeteiligung

Eine Bürgerveranstaltung im Darmstadtium ohne Mehrwert

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Ein Kommentar von Reinhard Völker 

Es ist ja nicht so, dass die Stadt Darmstadt sich nicht um Bürgerdialog bemüht. Doch ein echter Dialog setzt Offenheit und Gesprächsbereitschaft voraus, den Mut sich begründete Kritik anzuhören. Doch von diesen Qualitäten war der Abend im Darmstadtium zum "Bürgerforum der Stadt Darmstadt" weit entfernt. Man muss es noch direkter benennen: Diese heutige Veranstaltung war in weiten Teilen ein Witz! Denn es ging hier um nichts anderes, als die Sicht der Stadt in PR-freudigen Bildern und Sprechblasen coram publicum zu dokumentieren. Ein ehrlicher Dialog hat in den über zwei Stunden nicht wirklich stattgefunden. 


Erneut durfte die Stadt und deren finanzierte Organe (etwa die Planungsbüros und Organisatoren des Abends) brav rekapitulieren, was ohnehin schon vorher feststand: Wachstum, Wachstum, Wachstum. Dieses Mantra wurde wieder und wieder betont. Fragen waren nur in vereinfachter und, mehrfach angemahnt, in gekürzter Form gewünscht. So aber ist kein echter Bürgerdialog möglich. Doch die Sprecher haben sich ja selber versprochen - hier nur einige Beispiele:


1. Frau Boczek etwa erwähnte in ihren Antworten und Statements mehrmals das Wort Wirtschaft und das eine Stadt an "wirtschaftlichen Wettbewerbsvorteil" denken müsse. Na also, warum nicht gleich die Katze aus dem Sack lassen! Denn nur darum geht es in diesem Ikea-bebilderten und geschwurbelten architektursprech von Masterplan2030: fiskalisches Wachstum in Zeiten von Corona zu generieren. Ökonomie vor Ökologie - das ist inzwischen das Mantra der grünen Politiker auf dem Podium. Nein, die CDU, der lokale Koaltionspartner, kam übrigens nicht zu Wort - weil nicht auf dem Podium!


2. Gefragt wurde per Online-Tool (von wem eigentlich?), warum die Umsetzung von Plänen so oft dauert. Dazu wurde von der Moderatorin des Abends (einem Berliner Planungsbüro) der Vergleich zum Berliner Flughafen bemüht. Frau Boczek (zur Erinnerung: unsere städtische Baudezernentin), griff das dankbar auf und machte indirekt auch nun uns Bürger für die Verzögerung von Umbauprojekten gleich mit verantwortlich. Hallo? Nur zur Erinnerung Frau Boczek: Den BER haben Politiker versaut, und nicht Bürger! Vielleicht wäre diese Peinlichkeit dann nie gebaut und Milliarden Steuergelder nicht in den Sand gesetzt worden! Und bei so relevanten Fragen wie Ökonomie und Ökologie sollte in Zeiten eines dramatischen Klimawandels die BürgerInnen schon noch ein Wörtchen mitzureden haben!


3. Der Masterplan2030 gleicht, wenn man ihn sich Mühe macht durchzublättern, über weite Strecken einem IKEA-Katalog. Die hippen Bilder sollen etwas suggerieren, was die Wirklichkeit nicht hergibt. Es soll fröhlich weiter verdichtet werden, aber "urbanes Leben" und "Lebensqualität" erhalten bleiben. Und bei allem Beton-Wachstum soll auch noch das Klima "gerettet"werden. Glauben die das wirklich alles selbst, was da steht und was sie nun hier auf dem Podium hock-akademisch von sich geben? Das diese "Quadratur des Kreises" schwer wird, ließ selbst der Architekt eines Hamburger Büros durchklingen!


4. Da der Masterplan 2030 ohnehin schon von der Stavo beschlossen bzw. abgestimmt wurde kann man schon fragen: wozu dann noch solche potemkinschen Veranstaltungen? Um das Gewissen der verantwortlichen Politiker zu beruhigen? Um im Wahlkampf einen Nachweis für "tolle" Bürgerbeteiligung zu haben? Und wenn Frau Akdeniz (Sozial- und Umweltdezernentin) schließlich noch dreist sagt: nicht jede/r einzelne BürgerInnen könne seine Wünsche durchsetzen, dann vergisst sie zu sagen, wie viele Bürgerinitiativen erst per Zufall von städtischen Baumaßnahmen erfahren haben (Nur in Stichworten: Arheilgen, Eberstadt, Westwald sw.).


5. Entgegen der Behauptung von Frau Boczek hat die Stadt Darmstadt natürlich auf diversen Messen im In- und Ausland für Investoren geworben. Die Telekomstadt ist ein klarer Beleg für diese Entwicklung. Frau Boczek selbst gab ja zu, dass man nichts gegen Zuzug von Firmen habe. Heißt im Umkehrschluss: Mehr Verkehr, mehr Wohnungen, mehr Umweltbelastung. Auf diesen heiklen Punkt hat ein Bürger zurecht hingewiesen, Wie soll aber eine klimafreundliche Stadt möglich sein, wenn die Stadt nicht mal die Digitalisierung von Verwaltung, Verkehr usw. hinbekommt? Laut Bitcom rangiert Darmstadt trotz vieler Millionen Fördergelder übrigens nur auf Platz 10 in Deutschland!


Fazit: Die Stadt betreibt pseudodemokratische Beteiligungspolitik. Sie gaukelt Bürgerdialog nur vor. So wie ihr neu entdecktes Interess an Umweltschutz. Plötzlich redet diese grün-schwarze Stadtregierung wieder von Klimaschutz, auch in den heutigen Redebeiträgen der anwesenden grünen Politiker. Und warum? Weil es in den letzten Monaten massive Protest aus der Bevölkerung gegen die klimafeindliche Wachstumspolitik der Stadt gab (Stichwort: Eberstädter Wald). So kurz vor der Kommunwalwahl ist das natürlich nicht gut für die eigenen Umfragen. Nein, diese Feigenblattpolitik (z.B. die lächerlichen "Tiny Forests" in der Stadtmitte!) wird bei der Kommunalwahl am 14. März 2021 hoffentlich beendet! Wir BürgerInnen haben es selbst in der Hand! 

Finale Fassung: Masterplan 2030+

Masterplan 2030+ | Eine Vision für Darmstadt?

Von den "Grenzen des Wachstums"

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Masterplan 2030, ist ein Desasterplan

Ein Kommentar von Reinhard Völker & Frank Schindler 

Einen ganz großen Wurf wollte die schwarz-grüne Stadtregierung mit ihrer jüngsten Publikation landen. Doch der Titel, den man auch eine "Chronik eines angekündigten Todes" bezeichnen könnte, löste heftige Kritik in der Darmstädter Bevölkerung aus. Denn der Masterplan 2030+ hat, trotz einiger guten Ansätze, einige Fehler in der Gedankenkonstruktion.

Vieles, was im Masterplan DA 2030+ angedacht ist, erscheint auf den ersten Blick sinnvoll und manches ist auch innovativ. Wir bewerten es erst einmal grundsätzlich positiv, wenn zukünftige Bebauungen im Einklang mit der Natur und mit Rücksichtnahme auf den Klimawandel hergestellt werden. Allein... es fehlt uns der Glaube, dass das auch nachhaltig umgesetzt wird! Zu viele schlechte Erfahrungen aus der Vergangenheit der im Bündnis vertretenen Bürgerinitiativen mit der schwarz-grünen Regierung Darmstadts lassen daher leider begründete Zweifel aufkommen.  

 

Zudem zeigen diverse Widersprüche im Plan mit der Realität auf, dass es sich hier offensichtlich nur um eine weitere Werbemaßnahme der zuständigen Stadtplaner handelt, um die Bürger*innen ein unkontrollierbares Wachstum als etwas Positives verkaufen zu wollen. Bevor wir auf einzelne Punkte gezielt eingehen, ein paar generelle Gedanken zum Masterplan 2030+. 

 

  • War es überhaupt nötig einen Masterplan zu erstellen? Sollte es heute nicht selbstverständlich sein über naturnahe Bebauung nachzudenken? Dachgärten und Grünflächen sind in vielen Städten bereits eine Selbstverständlichkeit. Nur nicht im von einem grünen Bürgermeister regierten Darmstadt! Hier hält man sich schon für innovativ, wenn man den Masterplan 2030+ als das Ergebnis monatelangen Nachdenkens von Arbeitsgruppen der Öffentlichkeit präsentiert. 

 

  • Vieles aus dem Masterplan hätte schon bei aktuellen Baumaßnahmen umgesetzt werden können (z.B. Dachbegrünung, Solarpanel usw.). Leider zeigt die Realität auch hier den fehlenden politischen Willen, anders ist das Einheitsgrau der bisher realisierten Projekte (z.B. Friedensplatz und Theatervorplatz) nicht zu erklären. 

 

  • Die Gestaltung des Masterplans 2030+ hat unter einer einmaligen Bürgerbeteiligung stattgefunden – im wahrsten Sinne des Wortes. Leider wurde hier unzureichend die Möglichkeit der vielfältigen Mitgestaltung (z.B. digital wie in analogen Bürgerforen über die Stadt verteilt) genutzt. Die meisten Darmstädter*innen haben erst durch die Veröffentlichung in der regionalen Presse davon erfahren. 

 

Punkt 1 | Kleingartenanlagen  

Kommen wir zu den konkreten Kritikpunkten am Masterplan 2030+.  Auf Seite 50 heißt es dort zu den Kleingärten, dass im Falle einer Wohnbebauung dieser Flächen, die Stadt dann Kompensationsflächen anbieten würde. Diese Ersatzflächen würden "innerhalb des Stadtgebiets stadtökologisch gleichwertiger Ersatz  gemäß Bundeskleingartengesetz geschaffen..."


Unsere Kritik
Auf den ersten Blick liest sich das nett und entgegenkommend. Doch einen kritischen Blick halten diese luftigen Behauptungen nicht ansatzweise Stand. Denn wo genau soll es für die Kleingärten noch Ersatz innerhalb des Stadtgebietes geben? Es ist dort doch schon alles verbaut und verplant! Und was verstehen die Macher des Masterplans unter:  „innerhalb des Stadtgebietes“? Schon jetzt sind dort keine entsprechenden Flächen mehr verfügbar. Und genau das weiß auch die Stadt, weshalb solche Sätze aus Sicht der BBD reine Rhetorik sind! 

 

Punkt 2 | Bannwald im Westen (Seite 52) 

Im Masterplan wird der Westwald zum Bannwald erklärt. Bereits 2006 seien entsprechende Ausweisungen erfolgt und dem Regierungsprädsidium Darmstadt mitgeteilt worden

Unsere Kritik
Die schwarz-grüne Stadtregierung hat erst nach (sic!) den heftigen Protesten aus der Darmstädter Bevölkerung vorerst auf eine Bebauung bestimmter Waldgebiete verzichtet. Doch die Erklärung zum Bannwald schützt offensichtlich nicht vor der Errichtung einer ICE-Trasse durch eben diesen (siehe  untenstehenden Leserbrief der Westwaldallianz). Ferner sind 14 Jahre (!) behördlicher Abläufe in Zeiten rapide anwachsender Klimaerwärmung nicht gerade als modern zu bezeichnen. Der Wald soll unseres Erachtens überhaupt nicht für Wohnbe-bauung in Anspruch genommen werden. Das gilt auch für Industrie- und Handelsflächen. Wir fordern daher: den gesamten Wald als Bannwald zu deklarieren! 

 

Punkt 3 | Fußverkehr fördern (Seite 98) 

Im Masterplan wird die Förderung des Nahverkers (ÖPNV) als wichtiger Schritt für eine Verkehrswende betont. Dabei wolle man vor allem auf die Balance zwischen "wohnungsnaher Versorgungs- und Dienst-leistungsstruktur" hinsichtlich Fußverkehr und Radfahren achten. Letzteres wolle man attraktiver machen. Soweit so gut - auf den ersten Blick, denn...

Unsere Kritik

Wie ernst es der Stadt mit der Förderung des Fußverkehrs ist, erkannt man etwa am Bau der Lichtwiesenbahn, um Studierenden den letzten Kilometer von der bisherigen Haltestelle bis vor das Universitätsgebäude durch einen der schönsten Parks Darmstadts zu ersparen. Für den Bau der neu geplanten Straßenbahn nüssen zudem wieder Bäume vernichtet werden, und Flächen versiegelt werden. Mit kluger Verkehrspolitk hat das nun wirklich nichts zu tun.  In diesem Zusammenhang ist es schwer verstehbar, dass zugleich im Bürgerpark durch die geplante Bebauung zu deutlich mehr Parkplätzen erzeugt werden. Und das in der ohnehin schon extrem verdichteten Kastanienallee. Eine nachhaltige Förderung des öffentlichen Nahverkehrs und wirksamer Klimaschutz sehen unseres Erachtens anders aus! 

 

Fazit: Der Masterplan ist ein Desasterplan 

 

1. Die Stadt hat refflexartig mit typischem Unverständnis auf die Proteste der Darmstädter Bürger*innen reagiert. Der Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) sprach von der „erwartet heftigen und unsachlichen Diskussion“. Partsch bekräftigte, er halte es für „asozial“, wenn man das Wachstum begrenzen wolle, weil dies zu einer Gentrifizierung und Segregation führe. Als BBD können wir uns über solche neoliberalen Wachstumsfantasien eines grünen Politikers nur verwundert die Augen reiben. In den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts sprach der „Club of Rome“ von den „Grenzen des Wachstums“. Viele der dortigen Gedanken fanden Eingang bei der Gründung der Grünen vor über 40 Jahren, davon scheint sich dieser "grüne" OB inzwischen verabschiedet zu haben! 

 

2. Unsachlich ist hingegen die vom Magistrat geführte Diskussion. Denn aus Sicht der BBD verhält es sich ja genau umgekehrt: Die Gedankenspiele von OB Partsch und seiner schwarz-grünen Stadt-regierung sind nämlich „asozial“ und vor allem „klimafeindlich“. Das ausgerechnet Partsch das Wort Gentrifizierung bemüht grenzt in diesem Zusammenhang an Heuchelei. Denn eine Senkung der Miet- und Grundstückspreise ist beim erweiterten Wohnungsbau nicht zu erwarten. Die Mieten steigen trotz Corona-Epedemie weiter! Und da in gleichem Maße auch noch an eine Erweiterung von Industrie- und Handelsfläche gedacht ist, lässt das die Nachfrage nach Wohnraum sogar noch steigen, und damit die Preise! Günstiger Wohnraum? Fehlanzeige! Wer ist hier also in Wahrheit "asozial"? Der grüne Jochen Partsch! Die Stadt hat nämlich bewiesen, dass Dank des 25/20 Konzepts tatsächlich nur 25% aller Neubebauungen dem sozialen Aspekt unterliegen, der Rest sind bisher nur Luxuswohnungen bzw. gehobener Wohnungsbau (z.B. im Bürgerpark)!  Wir fragen: War da ,al was mit "sozial" Herr Partsch?

 

3. Dem OB geht es offenbar um Quantität statt Qualität im Wohnungsbau. Besser wäre es über Optionen nachzudenken, wie wir die Nachfrage nach arbeitsnahem Wohnraum absenken können. Stichwort: Digitalisierung! Hier ist an erster Stelle das Homeoffice zu nennen. Viele Pendlerströme ließen sich so verringern und die Umwelt schonen! Die Corona-Pandemie hat zdem gezeigt: Home-Office funktioniert! Doch ausgerechnet bei seinem Vorzeigeprojekt „digitale Stadt“ versagt Darmstadt auf der ganzen Linie. Viel Lärm um Nichts, denn laut dem Branchendienst bitcom sind andere Städte wie Hamburg, Stuttgart oder selbst Karlsruhe viel weiter (Quelle: https://www.bitkom.org)!

4. Städte wie Helsinki/Finnland oder Vitoria Casteiz/Spanien beweisen wie "smart city" wirklich geht.  Dort wurden, im Gegensatz zu Darmstadt, wirklich Dinge umgesetzt und auf ihre Wirksamkeit geprüft. So wurde der gesamte Bereich der Hafencity von Helsinki weitgehend von Autos befreit, und kluge Nah-verkehrsangebote, die via smarten Apps abrufbar sind, für die Pendler gemacht. Noch drastischer ging man in der spanischen Kleinstadt Vitoria Casteiz zur Sache. Hier wurde die gesamte Innenstadt konsequent ökologisch umgestaltet und digitale Angebote damit verzahnt. Das Ergebnis: Mehr Lebensqualität und Wachstum bei den zufriedenen Händlern! Von dieser Realität ist man in der Sprücheklopperstadt Darmstadt weit entfernt. (Quelle Phönix: Smart-Cities: Nachhaltig leben!")

 

4. Daher unser Appell: Anstatt unkoordiniert Symptome zu bekämpfen, sollte die Stadt das Problem schon beim Entstehen angehen. Das wäre aus unserer Sicht eine wirklich nachhaltige und „grüne“ Stadtplanung, die die Digitalisierung effektiv umsetzt statt sie nur marketing-technisch zu behaupten! Zudem halten wir es für bürgerfern, wenn ein Oberhaupt einer Stadt sich sehenden Auges gegen die mehrheitlichen Wünsche der eigenen Bevölkerung stellt, nur um persönliche Ziele zu erreichen. Solange der Masterplan 2030+ in der jetzigen Verfassung bestehen bleibt, ist er aus unserer Sicht nur eins für Darmstadt: Ein Desaster!

Finale Fassung: Masterplan 2030+

Bürgerbeteiligung | Ein Modewort ohne Wert

Wie die Stadt ihre Bürger*innen seit Jahren verschaukelt

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Echte Bürgerbeteiligung in Darmstadt?

Ein Leserbrief von Michael Mokler, Dieter Pleyer, Simone Schramme 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Partsch,

aufgrund der zunehmenden Widerstände in der Darmstädt er Bevölkerung gegen die Politik und Entscheidungen der grün-schwarzen Koalition wenden wir uns heute mit diesem offenen Brief an Sie.
Die Darmstädter Westwaldallianz setzt sich seit Jahren für den Umwelt -, Natur-, Klimaschutz und für
den Erhalt der Lebensqualität in unserer Stadt ein. Speziell der Erhalt der Darmstädter Wälder liegt
uns sehr am Herzen. Daher ist es für uns selbstverständlich, dass wir die neue Bürgerinitiative  "Eberstädter Wald" mit aller Kraft unterstützen, mit den ersten Erfolgen wie sich in den letzten Tagen gezeigt hat.


Dass wir von Ihnen und der Darmstädter Koalition für unseren Einsatz für Mensch und Natur keine
Wertschätzung erfahren , daran haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Auch dass Sie sich jeglicher
Kommunikation mit der Westwaldallianz und den hinter uns stehenden Anwohnerinnen und Anwohnern
Darmstadts verschließen, ist nichts Neues für uns. Aber dass wir uns nun auch noch von Ihnen in
einer öffentlichen Stadtverordnetenversammlung für unser Handeln indirekt als "asozial" bezeichnen
lassen müssen, bringt eine neue Qualität in die aktuelle Konfrontation. Sie werfen uns vor, dass unsere
Position zwangsläufig zu Segregation und Gentrifizierung führt, projektieren aber gleichzeitig ein exklusives Neubaugebiet im Bürgerpark für Besserverdienende.

Leider haben Sie es, Herr Partsch, und die grün-schwarze Koalition in den letzten gut neun Jahren
nicht geschafft, die Stadt Darmstadt maßgeblich in die richtige Richtung weiterzuentwickeln. Beispielhaft
für das politische Versagen möchten wir dabei den in Darmstadt nicht mehr stattfindenden Umwelt-,
Klima- und Naturschutz, die vernachlässigte Anbindung des Landkreises im Rahmen der notwendigen
ökologischen Verkehrswende, die verfehlte städtebauliche Entwicklung und die dahindarbende
Digitalisierung herausheben. Noch nie wurde in unserer Stadt so viel Grün vernichtet, noch nie so viel zubetoniert, zugepflastert und der Umwelt -, Natur- und Klimaschutz mit Füßen getreten wie in der Amtszeit dieser grün-schwarzen Stadtregierung. Maßnahmen zur Reduzierung der Schadstoff-belastungen zum Schutz der Darmstädter Bevölkerung müssen Ihnen erst von der Hessischen Landesregierung und der Deutschen Umwelthilfe auferlegt werden.

Die von den Darmstädter Grünen beanspruchte ökologische und ökonomische Kompetenz haben Sie
u.a. mit der Neugestaltung des Friedensplatzes ausreichend unter Beweis gestellt. Und die völlig
überflüssige Lichtwiesenbahn wird trotz größter wirtschaftlicher Bedenken und größtem Widerstand
in der Bevölkerung durchgedrückt. Mit der Inkraftsetzung des Masterplans 2030+ haben Sie dem expansiven und profitorientierten Wachstum und damit der Zerstörung der Darmstädter Lebensqualität weiter Vorschub geleistet. Mit diesem über 600 Tausend € teurem Pamphlet wurde ein Leitfaden für die Erschaffung einer zugebauten, zubetonierten und nicht mehr lebenswerten Stadt Darmstadt, der ehemaligen "Stadt im Walde", erstellt. Bei nahezu jeder von Grün-Schwarz befürworteten Baumaßnahme hat der Umwelt - und Naturschutz das Nachsehen. Die Natur und insbesondere der Wald ist für Sie und die grün-schwarze Stadtregierung das schwächste Glied, welches bedenkenlos der vorherrschenden Wachstumshysterie geopfert werden kann. Da nützen auch keine Lippenbekenntnisse, den Wald bis 2030 nicht anzutasten, wie es die von Ihnen weiterhin präferierte ICE-Trassenvariante durch den Westwald und die von Hr. Wandrey ganz aktuell ins Gespräch gebrachte Bebauung des FFH-Gebietes "Griesheimer Düne" zeigt.

Die vom Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung bereits im Jahr 2015 beschlossenen Leitlinien
zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an städtischen Planungen und Vorhaben sind das Papier nicht wert, auf denen sie geschrieben stehen. Bei nahezu sämtlichen potentiell umstrittenen Bauvor- haben gab die Stadt immer erst dann Details über Beschlüsse bekannt, wenn schon Fakten bzw. Baurecht geschaffen war. Eine echte Bürgerbeteiligung wird mit angeblichen Bürgeranhörungen
oder Alibi eranstaltungen mit ausgesuchten Teilnehmern nur vorgetäuscht. Eine offene und der Sache
gerechten Kommunikation und Auseinandersetzung mit den betroffenen Bürgerinn en und Bürgern
find et de facto nicht mehr statt. Bis heute hat dieWestwaldallianz keine Begründun  erhalten, warum Sie und die grün-schwarze Koalition die Südanbindung des Darmstädt er Hauptbahnhofes an die NBS der Deutschen Bahn und damit die Zerstörung des Westwaldes gegenüber einer nachweislich in allen Belangen besseren Trassenvariante ent lang der bestehenden Main-Neckar-Bahn befürworten. Dass dies den Wahlversprechen aus dem Wahlprogramm 2016-2021 von B'90/Die Grünen Darmstadt entgegen-steht, ist dabei nicht mehr von Belang.

Dass die umwelt - und klimapolitischen Ziele in Darmstadt mit der aktuellen Politik der Koalition unter
Ihrer Führung nicht mehr zu erreichen sind, stellen Sie mit Ihrem Handeln kontinuierlich unter Beweis.
Daher fordern wir Sie auf, die Ausrichtung Ihrer aktuellen Politik grundlegend zu überdenken und zu der grünen Politik zurückzukehren, die Sie einmal ausgezeichnet hat. Sollte dies nicht gelingen, sehen wir als einzige Möglichkeit - für eine maßvoll e und ökologische Weiterentwicklung dieser Stadt unter Maßgabe eines prioritären Umwelt-, Natur - und Klimaschutzes - die Fokussierung und Unterstützung des dann dringend notwendigen politischen Wechsels. Für einen wirklichen ökologischen Umbau dieser Stadt, vereint mit dem notwendigen Weitblick für den Schutz von Mensch und Natur bieten wir Ihnen sehr gerne unsere Unterstützung an.

Mit freundlichen Grüßen
Westwaldallianz Darmstadt
Simone Schramme Dieter Pleyer Michael Mokler

Masterplan 2030+ | Ein Desasterplan für darmstadt

Ich habe immer ein Projekt, an dem ich arbeite. Meistens für meine Kunden. Von Zeit zu Zeit ist es aber auch ein persönliches Vorhaben, das mich neue Inspiration gewinnen lässt.

Masterplan 2030+ | Ein Desasterplan für darmstadt

Ich habe immer ein Projekt, an dem ich arbeite. Meistens für meine Kunden. Von Zeit zu Zeit ist es aber auch ein persönliches Vorhaben, das mich neue Inspiration gewinnen lässt.

Unsere Werte

Mein Unternehmen ist mehr als ein Job. Darum ist mir wichtig, dass jedes neue Projekt auch zu mir und meinen Werten passt. Denn nur so kann ich die besten Ergebnisse erzielen.

Unsere Motivation

Meine Arbeit ist meine Leidenschaft und ein positiver Antrieb für jeden Tag. Sie bringt mich dazu, an jeder neuen Herausforderung zu wachsen und so neue Ziele zu erreichen.